Die öV-Branche reduziert die im März angekündigte Tarifanpassung. Sie erhöht die Preise für das Generalabonnement weniger stark als ursprünglich vorgesehen. Die durchschnittliche Anpassung beträgt damit 3,6 Prozent statt 3,9 Prozent. Zusätzlich wird das Angebot an Sparbilletten ausgebaut. Darauf haben sich Branche und Preisüberwachung verständigt.
Die öV-Branche hatte im März 2026 angekündigt, die Tarife im Nationalen Direkten Verkehr anzupassen. Gründe dafür sind die allgemeine Teuerung und die deutlich gestiegenen Kosten für Personal, Energie, Material und Unterhalt. Hinzu kommen finanzielle Lücken aufgrund politischer Entscheide. Gleichzeitig investieren die Transportunternehmen weiter in modernes Rollmaterial, Infrastruktur und Servicequalität. Kundinnen und Kunden profitieren von dichteren Takten und neuen Angeboten.
Nach der Ankündigung hat die Branche die vorgesehenen Massnahmen mit der Preisüberwachung diskutiert. Dabei zeigte sich: Die Tarifanpassung bleibt notwendig. Sie wird jedoch bei einzelnen Angeboten geändert, um Kundinnen und Kunden gezielt zu entlasten.
Die wichtigste Änderung betrifft das Generalabonnement (GA). Für das GA Erwachsene gelten ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 tiefere Preise als vorgesehen: Für die 2. Klasse kostet es 4’095 Franken statt 4’195 Franken; in der 1. Klasse 6’770 Franken statt 6’850 Franken.
Zusätzlich baut die SBB das Angebot an Sparbilletten aus: Kundinnen und Kunden profitieren 2027 von Sparbillett-Rabatten in der Höhe von 90 Millionen Franken. Wer seine Reise frühzeitig plant oder zeitlich flexibel ist, kann damit noch häufiger günstiger im öffentlichen Verkehr unterwegs sein.
Die Tarifanpassung fällt je nach Sortiment unterschiedlich aus: Für Kinder, Jugendliche und Familien steigen die Preise gar nicht oder nur geringfügig. Das Halbtax-Abo für Erwachsene wird um 5 Franken angepasst. Der Bonus der Guthaben-Pakete beim Halbtax PLUS bleibt unverändert.
«Wir haben dort entlastet, wo es möglich war: beim GA. Damit kommt die Branche den Kundinnen und Kunden entgegen. Die Preisanpassung bleibt jedoch notwendig, um das heutige Angebot, seine Qualität und künftige Investitionen im öffentlichen Verkehr langfristig zu sichern», sagt Marco Lüthi, Strategieratspräsident der Alliance SwissPass.
Die neuen Preise gelten ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026. Regionale Verbünde legen ihre Tarifanpassungen eigenständig fest.
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